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Tim Meyer

Kurzgeschichte

Ein Körper

Von Tim Meyer  Peiner Allgemeine Zeitung (jups) 

Ein Morgen. Er liegt im Bett. Auf dem Bett dieser kleine Streifen Licht, der irgendwo durchfällt. Durchfallen? „Wo bin ich?“ Er beobachtet den Lichtstreifen und folgt ihm. Die Sonne wandert und mit ihr der Streifen. Ganz langsam nach rechts. Er schließt seine Lider, ganz kurz, immer dann, wenn die Augen zu sehr brennen und von einem neuen leichten Feuchtigkeitsfilm überzogen werden müssen. Dann öffnet er sie ganz schnell wieder, aus Angst, er könne den Anschluss verlieren. Der Lichtstreifen beginnt sich zu biegen. Da liegt ein Bettdeckenhaufen. Er will draufhauen, damit sich das Licht frei weiterbewegen kann, aber er sieht sich kurz um und merkt, dass dort neben ihm ein Körper liegt. Er fühlt eine Schwere in sich. Das Licht erklimmt den Berg und wandert ungehindert weiter. „Wer ist das?“ Der Lichtstreifen verschwindet hinter dem Berg. Er schließt die Augen und schläft ein.

Als er wieder aufwacht, liegt da kein Körper neben ihm. Nur ein kleiner Lichtstreifen. Er folgt ihm und schläft wieder ein.